Wie ich mit 13 Jahren den Krieg im Heimatdorf Uihel erlebte

von Johann Schimmel

Im September 1944 waren die Russen, also eine Kolonne Soldaten, vom Schanderhaser Friedhof über die Eisenbahnlinie den Weg über die Wiese - rechter Seite war ein Halterbrunnen wo man die Viehherde: Kühe und Pferde, getränkt hat - gegen Uihel marschiert. Die deutschen Soldaten, also die Spähtruppe von 6 - 8 Motorräder mit Beiwagen, lagen wo die Wiese aufhörte und das Ackerland begann im Graben und hatten mit den Maschinengewehren auf die russische Truppe geschossen. Diese Russen liefen in das Schandraser Dorf zurück. Den Deutschen ging die Munition aus und kehrten nach Uihel zurück. Eine andere russische Kolonne kam über die Nussbäume die Strasse nach Uihel und lagen in dem kurzen Ecken der Hauptgasse im Graben und haben nicht auf die Deutschen geschossen sondern liessen sie die Gasse nach Bogarosch weiter fahren, denn die Russen wussten nicht das den deutschen Soldaten die Munition ausgegangen war.

Inzwischen kam die deutsche Infanterie von Grossjetscha her nach Uihel. An der Kirche hatte Schütz Sepp sein Grossvater, welcher links das Eckhaus sein Geschäft hatte, den Schlüssel von der Kirchentür gegeben und der deutsche Offizier stieg in den Kirchenturm, öffnete den Laden wo das Fenster gegen Pesac schaute, und sah mit seinem Fernglas das die Russen unter oder hinter der Brücke liegen. Der Offizier rief: 'MG links und rechts der Kirche niederlegen' - da wir neben dem Gemeindehaus wohnten schauten wir am Bretterzaun hinaus mit unserer Mutter, der Offizier rief: 'Zivil weg vom Zaun' und sagte zu seinen Soldaten: 'Feuer frei!'

Wo Pitzer Mari jetzt wohnt waren schon die Russen auf der Strasse gewesen, diese sprangen über die Mauer und liefen durch den Garten in die Maisfeld hinaus. Ein toter russischer Soldat lag unter der Brücke und wurde in Uihel auf dem Friedhof begraben.

So erlebte ich mit 13 Jahren den Krieg im Heimatdorf Uihel.

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